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Magdalena Bucher Gurtweil
Martina Bucher-Nezirovic

16. Januar 2005


An:

Herrn Zunftmeister
Albert Ebner
79761 Waldshut-Tiengen


Ehemalige jüdische Mitbürger in Tiengen und unser Heimatmuseum

Sehr geehrter Herr Ebner,

dürfen wir an einer Ihrer nächsten Zunftsitzungen teilnehmen, um mit Ihnen das Thema Jüdische Mitbürger in Tiengen und unser Heimatmuseum zu besprechen? Gerne würden wir Ihnen unsere Gedanken, wie dieses Thema verwirklicht werden könnte, darlegen.
Viel wurde zur Bewältigung der unseligen Vergangenheit getan - die Rückführung der Grabsteine vom Sailerbergweg auf den Jüdischen Friedhof, der versöhnliche Abend mit Herrn Guggenheim aus Amerika im Kolpingheim Tiengen, und vieles andere mehr.
Viele Menschen haben unerschrocken mitgeholfen und sich beteiligt. Nun starb im März 2004 Herr Guggenheim in Amerika, er war ein guter Freund von Fritz und Maria Grosshans. Sollten wir seinen Tod nicht zum Anlass nehmen, in unserem Heimatmuseum etwas Platz zu schaffen, um unserer ehemaligen jüdischen Mitbürger zu gedenken?
Von Herrn Oberbürgermeister Herrn Martin Albers hörten wir, dass für dieses Vorhaben leider kein Geld zu bekommen ist. Das Waldshuter Museum wurde aus Geldmangel geschlossen, also kann das Tiengener Heimatmuseum nicht mit Geld bedacht werden. In ideeller Hinsicht haben wir jedoch die vollste Unterstützung von Herrn Albers. Über eine Verwirklichung des oben genannten Vorhabens würde er sich sehr freuen.
Ebenso äußerte sich Herr Pfarrer Peter Seibt. Um Gegenstände für das Museum zu bekommen, könnte ein Aufruf im Mitteilungsblatt der Stadt Waldshut-Tiengen gestartet werden, mit der Bitte, jüdische Gegenstände aus damaliger Zeit, die es eventuell noch in Tiengen und Umgebung gibt, zu spenden.
Wir sind überzeugt, dass mit gutem Willen und wenig finanziellem Aufwand diese Lücke in unserem Heimatmuseum, die es nicht länger geben darf, geschlossen werden kann.

Mit Spannung erwarten wir Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüssen

Martina Bucher-Nezirovic, Magdalena Bucher
MuseumStart