Gedenken 9. November 2006 vor der ehemaligen Synagoge in Tiengen . | ||||||||
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Tiengen (hüf) Vor fast 70 Jahren wurde die Synagoge in Tiengen geschändet. Das Ereignis vom 9. November 1938 war Anlass für gut 100 Personen, sich auf dem Platz vor dem früheren jüdischen Gotteshaus in der Tiengener Innenstadt zu versammeln. Eingeladen dazu hatten die evangelische und katholische Kirchen. Mit dabei waren zahlreiche Jugendliche. So der Seminarkurs der Klassenstufe Zwölf des Klettgau-Gymnasiums Tiengen. Zehn Schülerinnen und Schüler befassten sich dort mit dem Leben der Tiengener Juden, wobei die Arbeiten benotet werden und in das Zeugnis mit einfließen. Eine weitere Gruppe war die evangelische Gemeindejugend unter der Leitung von Eva-Maria Glück. Sie lasen Auszüge aus dem Buch "Briefe an meinen Sohn" vor. Verfasst hatte sie Maurice Meier, der mit seiner Familie in Tiengen lebte und vor den Nationalsozialisten nach Frankreich floh. Die Neuauflage des Buchs wurde im Jahr 2000 in Tiengen vorgestellt. Pfarrer Rainer Stockburger gab einen geschichtlichen Blick auf die Ereignisse, die der Synagogenschändung voran gingen. "Was geschah, geschah an diesem Ort", stellte er fest. Mit Kerzen auf den Fensterbänken der früheren Synagoge und in den Händen der Teilnehmer zeigten die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung die Verbindung in die Gegenwart. Lieder und Gebete waren ebenso Teil der fast einstündigen Veranstaltung, bei der auch der katholische Geistliche Peter Seibt mitwirkte. Erstmals sorgten Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes dafür, dass nicht nur der Platz vor der früheren Tiengener Synagoge von parkenden Autos frei blieb. Ebenso stoppten sie den Autoverkehr während des Gedenkens. Foto: An der Gedenkveranstaltung zur Zerstörung der jüdischen Synagoge in Tiengen nahmen an die 100 Personen Teil. Zahlreiche Jugendliche verteilten Kerzen und lasen aus den Aufzeichnungen von Maurice Meier, der damals aus Tiengen floh. Bild: Hüfner Erschienen im Südkurier | ||||||||
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